Robert Kelly

(Geb. 1935 in New York City, NY)

Robert Kelly ist ein amerikanischer Dichter, Essayist und Übersetzer aus Brooklyn. Als Mitbegründer der Zeitschriften The Chelsea Review und Trobar entwickelte Kelly gemeinsam mit Jerome Rothenberg 1961 die »Deep Image«-Poetik, die unter anderem Robert Bly, Galway Kinnell und James Wright inspirierte. Anstatt sich an einer Abfolge sprachlicher Bilder abzuarbeiten, konzentriert sich Kellys musikalisch-rhythmische Lyrik auf die strukturellen Qualitäten der Sprache selbst. Kellys Schreiben, das sich oft mit philosophischen und mythischen Themen beschäftigt, ist klanglich tief in der angloamerikanischen Sprachtradition verwurzelt, bleibt dabei aber offen für Einflüsse aus aller Welt. Neben seinem eigenen Schaffen, das inzwischen über 50 Gedicht- und Prosabände umfasst, veröffentlicht Kelly auch Übersetzungen klassischer chinesischer Dichtung und erforscht die Verbindungen zwischen westlicher und östlicher Literatur. Er lebt in der Nähe von Woodstock und unterrichtet Literatur und Written Arts am Bard College.

You survive the way the world survives. You survive in me. Any me, of course, not this particular grieving animal who addresses you now, you would have put that in italics so I will, this grieving animal who speaks to you now. Am I trying to flatter you by writing like you, a little, not that I could really write like you, your gravitas, humor, skill, charm, rhythm, but I can certainly seem to be trying to — is that flattery, or mockery? No paragraphs, no quotations marks, no let up ’til the end, just like you know what. (…)

Who are we, Thomas, who are we really?

Robert Kelly: »Letter to Thomas Bernhard«, in: Cerise Press 1 (2009), Nr. 1.